Gemeinsam berufliche Zukunft gestalten

„Für mich gibt es keinen schöneren Beruf als den des Fleischers.“

 

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Günther Egeler, Obermeister der Fleischerinnung Tübingen, gewährt uns Einblicke.

Stimmt! Davon durften wir uns selbst überzeugen. Ansteckend, sensibilisierend, was wir in Reusten erleben durften. Wir Fleischer-Azubis der Klasse H2FL und der H3FL waren am 15. Januar 2018 nachmittgas eingeladen zur Betriebsbesichtigung der Ammertäler Metzgerei Egeler in Reusten, organisiert von unserem Klassenlehrer Herrn J. Reitze und begleitet von Fachlehrerin Frau N. Rahn.

Der Auftakt: ein köstliches Mittagessen aus der Feinkostküche für uns alle, serviert und spendiert vom Chef persönlich. Lecker, köstlich – jeder wird satt. Nach dem Essen geht’s ans Eingemachte: Herr Günther Egeler, plaudert aus dem Nähkästchen. Auf den Monat genau seit 107 Jahren existiert der Familienbetrieb, geführt inzwischen in der vierten Generation, Egelers Enkelkind erblickte vor einer Woche erst das Licht der Welt, berichtet uns der Chef lächelnd und freudig voller Stolz.

Günther Egeler ist Metzgermeister mit Leidenschaft. Er experimentiert gerne, hat neben der Kunden-zufriedenheit auch die Umwelt total im Blick. Zu jedem Erzeugnis erfahren wir eine eigene Geschichte. Wir erfahren, wie es zu seiner Männerwurst kam und was dahintersteckt. Sehr spannend. Eine luftgetrocknete Wurst aus gerauchtem Schweinehals, pikant gewürzt mit Rotwein und Honig. Liebliche Wurst für Männer, denn früher hat man kranken Männern zur Stärkung ein Ei samt einem Löffel Honig in warmen Rotwein gerührt und zu trinken gegeben. Darauf muss man erstmal kommen. Oder Egelers Lindenblüten-Rauchfleisch. Die Idee kam ihm beim Spaziergang auf den Reustener Kirchberg, wo im Juni Reustens bekannte Linden duften. Egeler pflückte ein paar Blüten, ließ sie trocknen und rieb Schweinefleisch damit ein, bevor es zart geräuchert wurde. Mutig für eine schwäbische Metzgerei. Der Erfolg gibt Günther Egeler recht. Die Kundennachfrage ist groß.

Man merkt: Günther Egeler ist sein Handwerk in die Wiege gelegt, ein Vollblut-Metzger mit Leib und Seele. Eigentlich der ganzen Familie:  Egelers Frau Christine (Finanzwesen) arbeitet genauso mit im Betrieb wie seine beiden Kinder Martin (Produktion) und Lena (Marketing und Catering). Zusammen führen sie die Ammertäler Metzgerei als GbR mit 38 Festangestellten und vier Auszubildenden. 2017 hat das Unternehmen für 1,7 Mio. € modernisiert, erfahren wir vom Chef. Die Perle: der neue und hypermoderne Verkaufsbereich, eine optische Augenweide, ein absolut präsentativer Blickfang mit wohliger Atmosphäre gefüllt mit vielen regionalen Besonderheiten. Eine kulinarische Schatzkammer. Jedes Detail kommuniziert uns eine Botschaft. Wir staunen rundum und genießen mit dem Auge. Genuss pur, nicht nur für das Auge.

Viel Geld floss auch in die umweltfreundliche Produktion: Photovoltaikanalgen erzeugen den Strom. Die Abwärme der Kühlanlagen sorgt für Heizung und Warmwasser. Revolutionäre Verpackungsmaterialien runden das Konzept ab: Die Schalen fürs Grillfleisch sind jetzt aus Pflanzenfasern und zu 100% kompostierbar.

Draußen an einem Einkaufsautomaten können sich die Kunden rundum mit Fleisch und Wurst oder Kartoffelsalat eindecken. Vorher Bestelltes muss nicht zu den Ladenzeiten abgeholt werden, sondern wartet im Hof in Kühlboxen auf die Kunden. Der Vorteil: Die Kundschaft kann spät und stresslos einkaufen und die Fachverkäuferinnen haben ihren garantierten Feierabend.

Die Ammertäler Metzgerei setzt auf Regionalität: Die Schweine kommen aus Bondorf und Rottenburg, die Rinder aus Zwiefalten. Die Bauern fahren die Tiere selbst zum Genossenschaftsschlachthof nach Gärtingen bei Herrenberg um die Ecke quasi. Der Vorteil: weniger Stress, besseres Fleisch. Warum Zwiefalten? Dort bekommen die Tiere kein Übersee-Soja als Futtermittel. Als Eiweißkraftnahrung in der Fütterung dient der Biertrester der Zwiefaltener Klosterbrauerei mit dem Resultat von Top-Qualitätsfleisch. In Reusten hält sich der Chef noch eine kleine Herde von Hinterwälder-Rindern (angepasste Hochschwarzwaldtiere mit guter Futterausnutzung). Deren Fleisch wird als „Gourmetfleisch“ vermarktet, nach der Dry-Aged-Reifung. „Aus der Region für die Region“, lautet das Motto. „Sich abheben“, sagt Egeler, damit die Leute nach Reusten fahren.

Seit 1997 ist Günther Egeler Obermeister der Fleischerinnung Tübingen, Stadt und Land und setzt Akzente, auch mit der Kooperation zur Berufsschule Tübingen. 2017 wird ihm die vom deutschen Fleischerhandwerk vergebene Auszeichnung als „Persönlichkeit des Jahres“ verliehen für seine neuen Wege einer Landmetzgerei. Nicht zuletzt auch für den unternehmerischen Mut bei der System-Umsetzung des Pilotprojektes mit der Balinger Firma Bizerba, wobei Waagen, Kassen und EC-Geräte so vernetzt sind, dass Kunden ihre Rechnung am Zahlautomaten begleichen können. Eine immense Pionierleistung, weltweit wie wir erfahren! Das Personal nimmt kein Geld mehr in die Hand, was gut ist für die Hygiene und die Abläufe hinter der Theke. Gewöhnungsbedürftig für die Kunden, Egeler hat sie wirklich überzeugt. Uns als Schulklasse übrigens auch! Mit allem. Bravo! Und danke Herr Egeler: Wir haben viel erlebt und neue Eindrücke gewonnen, die wir im Unterricht mitverarbeiten werden. Ihr Engagement steckt an, macht Mut für die Zukunft in unserem Beruf! Klasse war’s!

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J. Reitze, Klassenlehrer. Die Klasse H2FL mit ihren Fachlehrern J. Reitze und N. Rahn;

Textquellen: Interview mit Herrn G. Egeler am 15.01.2018 sowie Zeitungstext im Schwäbischen Tagblatt vom 04.11.2017, Gast der Woche von Uschi Hahn

 

 

 

Erfolgreiche Teilnahme am SÜFFA-Wettbewerb 2017

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Am 23. Oktober 2017 fand der Berufsschulwettbewerb des Landesinnungsverbandes für das Fleischerhandwerk in Baden- Württemberg im Rahmen der SÜFFA (Süddeutsche Fleischerfachausstellung) 2017 statt. Insgesamt 45 Teams aus dem süddeutschen Raum nahmen daran teil. Jedes Team ist mit einem/einer Fleischer/-in und einem/einer Fachverkäufer/-in besetzt. Die Fleischer/-innen hatten die Aufgabe innerhalb von 60 Minuten entweder einen Braten oder eine Grillplatte herzustellen. Die Fachverkäufer/-innen fertigten in derselben Zeit vier Sorten Canapés oder eine Schinkenplatte. Als weiterer Teil des Wettbewerbs präsentierte jedes Team zudem seine Produkte auf einem selbst dekorierten Tisch unter einem besonderen Motto. Für diese Aufgabe hatten die Berufsschüler 30 Minuten Zeit. Eine sachkundige Fachjury bewertete die Ergebnisse der Teams nach denselben Bewertungskriterien, die auch bei der Abschluss- und Gesellenprüfung gelten. Von der Gewerblichen Schule in Tübingen nahmen drei Teams unter Begleitung des Technischen Lehrers Jochen Schäfer teil. Von unseren Teams erhielten zwei Teams eine Goldmedaille und ein Team eine Silbermedaille. Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis!

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Die Teams haben sich im Folgenden selbst zur Teilnahme am SÜFFA-Wettbewerb, die eine einzigartige und lehrreiche Erfahrung für unsere Schülerinnen und Schüler ist, geäußert.

„Ich machte einen Sternenbraten und meine Teamkollegin Canapés. Unser Tischmotto war Herbst. Als wir mit unseren Aufgaben fertig waren, konnten wir uns bis zur Preisverleihung selbst auf der Messe umschauen. Wir gewannen die Goldmedaille. Ich würde jederzeit wieder bei der SÜFFA teilnehmen, zumal es eine gute Vorbereitung für die Prüfung ist. Außerdem erfährt man mehr über unseren Beruf und man bekommt zur Goldmedaille noch eine Urkunde, die man später z.B. mit in die Bewerbung legen kann.“ - Luana Walker

„Es hat vor allem viel Spaß gemacht! Ich konnte viele Ideen für meine Prüfung sammeln. Meine Erfahrung kann ich jetzt auch im Betrieb einsetzen und weiter an mir arbeiten. Ich würde wieder hingehen!“ - Anna Schlegel

„Mir hat der Wettbewerb viel Spaß gemacht – ich würde immer wieder mitmachen! Man lernt unter Druck zu arbeiten und hat viele Möglichkeiten für die Prüfung zu lernen. Klar ist es auch mit einiger Arbeitszeit verbunden, aber der Aufwand lohnt sich definitiv. Vor allem das Erfolgserlebnis, dass genau Deine Arbeit eine Gold- oder Silbermedaille verdient, ist klasse. Außerdem gibt es einem ein sicheres Gefühl für die Abschlussprüfung. Ich persönlich finde, dass jeder die Chance nutzen sollte“          - Tiffany Wendt

„Ich wollte an der SÜFFA teilnehmen, da man sehr viel lernt und es einem die Prüfungsangst ein bisschen nimmt. Für mich war es eine super Erfahrung und ich würde wieder daran teilnehmen.“ - Venice Dolling

Text und Foto: Klasse H3FV

Herzlichen Glückwunsch!

Mit Stolz darf erwähnt werden: Unsere Auszubildende Tina Thorenz aus Hechingen (Metzgerei Thomas Weiler) schaffte es im Sommer 2017 mit Ehrgeiz und Fleiß bis zur Landessiegerin von Baden-Württemberg! Beim Bundeswettbewerb erkämpfte sie sich Platz 6! Die Abteilung Nahrung der Gewerblichen Schule Tübingen gratuliert herzlich zu diesem Erfolg.

Die Berufsgruppe Nahrung/Fleisch

Die Berufsgruppe Nahrung/Fleisch an unserer Gewerblichen Schule Tübingen als selbständiger Teil der Fachabteilung 5 beschult im Schuljahr 2017/18 insgesamt 33 Fleischer-Azubis und 51 Fachverkäuferinnen im Schwerpunkt Fleischerei.  Unsere Azubis kommen aus den Innungen Reutlingen mit Ermstal, Tübingen und Zollernalb mit den Landkreisen Balingen, Albstadt, nördliches Sigmaringen.

Zuständig für interne und externe Koordinierung mit Planungs- und Organisationskompetenzen zeichnet OStR Josef Reitze. In der Berufstheorie unterrichten StR’in Nina Rahn und Josef Reitze, im Berufspraktischen Bereich wirkt TOL Jochen Schäfer. Ein kompetentes Kollegium in angenehmer Lernatmosphäre in moderner und zeitgemäßer Ausstattung im praktischen bzw. technischen Bereich lotst und begleitet unsere Schülerinnen und Schüler im Lernfeldunterricht bis zur Abschlussprüfung.

Jährliche Auszeichnungen bei den Leistungswettbewerben der Süffa Stuttgart unterstreichen das Engagement unserer Schülerteams. Regelmäßige Schüler-Lehrer-Feedbacks bestätigen die herausragende Zufriedenheit der Lernenden.

Die Praktischen Gesellenprüfungen für beide Berufe finden ebenso in den Praxisräumlichkeiten unserer Schule unter Federführung von Jochen Schäfer statt wie die überbetriebliche Ausbildung der Handwerkskammer mit Josi Birkle-Kurz und Thomas Etter.

Mit Stolz darf erwähnt werden: Unsere Azubine Tina Thorenz aus Hechingen (Metzgerei Thomas Weiler) schaffte es im Sommer 2017 mit Ehrgeiz und Fleiß bis zur Landessiegerin von Baden-Württemberg!

© J. Reitze

 

 

 

 

 

In Meister-Hand geführt

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Unsere Berufsliebe als Azubis zum kreativen und vielseitigen Lebensmittel-Handwerk ist ungebrochen. Unser Horizont ist erweitert worden. Was auch wir im Berufsalltag des Handwerks mit Liebe zum Detail vollbringen können, wird uns wieder bewusster. Auch wir dürfen uns wirklich sehen lassen. Ein erfüllender Beruf. Und wir lieben diesen Beruf der klassischen Lebensmittelherstellung und als Fleischereifach-verkäuferin: Guten Appetit! Unser Handwerk bezieht die landwirtschaftlichen Erzeugnisse zur Herstellung unserer Qualitätsprodukte meist aus der heimischen Region. Metzgereien, Fleischereien, Einkaufsmärkte mit Fleischabteilungen und andere Lebensmittelmärkte ermöglichen ihren Kunden eine wohnortnahe Versorgung mit frischen Lebensmitteln. Quelle: Das Handwerk der Region, HK Reutlingen, 10.03.2017

Produktionsleiter Herr Gutekunst und Produktions-Controler Herr Götz zusammen mit Frau Odermatt aus der Verwaltung erklären uns die Historie und Auszeichnungen des Unternehmens, die Organisations- und Sortimentsstruktur des als GmbH geführten Großunternehmens.

Wirklich andere Welten treffen auf uns staunende und sensibilisierte Teilnehmer, da wir überwiegend als Azubis aus mittelständischen und kleineren Handwerksbetrieben kommen, wo die arbeitstägliche Uhr anders geht. Unfassbare Vergleiche drängen sich auf, nicht nur bei den täglichen Produktionsmengen in Tonnen, sondern auch bei den 242 Sortiments-Artikeln und nicht zuletzt in der anspruchsvollen regionalen und nationalen Qualitätssicherung sowie der IFS (International Food Standards) - Prüfung. Mehrere Bundesehren-preise dokumentieren das. Was für eine Logistik-Leistung. Meisterhaft.

Ganz aktuell: die bauliche Erweiterung des 34 615 m² Firmenareals für den innovativen Ultra-Frische-Bereich mit Kommissionierung im Geflügelsegment. Nachts werden Rohstoffe zur Verarbeitung angeliefert, tags darauf finden sie sich in der Kundentheke der Großmärkte vor den Augen der Konsumenten.

Wir setzen uns in Marsch durch das Werksgelände und lernen die Betriebsräume in der Produktion kennen: Wareneingang und Warenkontrolle, Standardisierung, Kutterei, Füllerei, Räucheranlagen. Die nächsten Schritte führen uns durch die Logistik in die Verpackung, Kommissionierung, Versand, Zentrallager, Slicer-Bereich vorbei an der Technik und am Labor. High-Tech vom Feinsten und Teuersten. Auch die netzwerktechnische Organisation lässt staunen: Warenwirtschaftsprogramm QSB und das hausinterne Arbeitswirtschaftssystem zur permanenten Weiterentwicklung der Produktivität um wettbewerbsfähig zu bleiben. Moderne Marktwirtschaft! Was wir theoretisch in WIK lernen, erfahren wir hier in Anwendung.

Zum Abschluss der Betriebsführung erwartet uns ein knackiger Imbiss mit Getränken. Wir verkosten auf dem Teller, was wir in der Produktion live gesehen haben. Besonders spannend und engagiert erleben wir die anschließende Frage- und Diskussionsrunde. Ein lohnender Austausch. Rundum ein klasse Tag!

Text und Foto: Josef Reitze

Schwarzwälder Schinken – nicht nur eine Gaumenfreude!

Bei der Firma Wein in Musbach bei Freudenstadt erhielten unsere Fleischern und Fachverkäuferinnen im zweiten Ausbildungsjahr einen praktischen Einblick in die Schinkenherstellung. Drei Millionen Schinken jährlich sind das Ergebnis von schonender und sorgfältiger Zubereitung, traditioneller Handwerkskunst und der Umsetzung alter Familienrezepturen. Das versicherte uns Herr Amann. Die Höhenlage, die Luft der Tannenwälder und die milde Räucherung prägen den Geschmack und das Aussehen der Spezialitäten aus dem Hause Wein. Das besondere an allen Spezialitäten: die geschickte Kombination von handwerklicher Tradition, erstklassigen Rohstoffen, modernster Technologie und zertifizierter Sicherheit.

 

Schwarzwälder Schinken ist eine von der Europäischen Union geografisch geschützte Angabe. Der Schinken gilt als Deutschlands meistgekaufte regionale Spezialität. Unser Augenmerk bei der Betriebsführung mit Frau Hermann und Herrn Amann galt dem Fleischzuschnitt, der Pökelsalzmischung mit den Gewürzen beim Trockenpökeln, dem Kalträuchern, dem Nachreifen und Lufttrocknen und sowie dem Lagern. Heißes Interesse fand die Raucherzeugung in speziell gemauerten Backsteinkaminen und modernen Räuchertürmen. Die Sägemehlmischung aus weichen Nadelhölzern mit Tannenreisig, Gewürzen und Naturkräutern für die Kalträucherung macht’s! Jetzt wissen wir, warum Katenrauschschinken ganz anders schmeckt als Schwarzwälder Schinken. Eindrucksvoll auch, wie viel Handarbeit im Spiel ist trotz modernster Technologie.

Gelernt wird das an der Berufsschule im Lernfeld 7 mit dem Themenschwerpunkt „Rohpökelwaren“. Diese Inhalte werden unmittelbar nach den Herbstferien bei den Fachlehrern Herrn Reitze in Berufstheorie und bei Herr Schäfer im praktischen Unterricht vermittelt.

In der Verkaufsstelle beschäftigen wir uns nicht nur optisch mit den original Spezialitäten aus der Schwarzwälder Feinschinken-Manufaktur „Wein“, sondern auch kulinarisch bei der Verkostung des feinen Schinkens.

 

Handwerk im ganz großen Stil

 

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Die Fleischer-Azubis im dritten Lehrjahr und die Fachverkäuferinnen erkundeten die Großmetzgerei „Meisters feines Fleisch – feine Wurst GmbH“. Der Großbetrieb ist unter der Marke „Meister - feine Wurst“ im Großhandel  vertreten. Gemeinsam mit den Theorielehrern Herrn Reitze und Herrn Wenzel erlebten die Schüler am Firmenstandort Gäufelden südlich von Herrenberg die Umsetzung des europäischen Hygienekonzeptes HACCP in der Praxis eines Großproduzenten. Und bei der anschließenden Führung durch die laufende Produktion staunten die angehenden Fachkräfte nicht schlecht: Hier entstehen Monat für Monat rund 1200 Tonnen Brüh- und Kochwurst sowie Rohwurst, Maultaschen und Kochpökelerzeugnisse. Eine Meisterleistung! Bei einem Rundgang bot der Bereichsleiter der Produktion und Ausbildungsleiter Herr Barth den Schülern einen faszinierenden Einblick in die Produktion, die Verpackung sowie die Logistik. Die angehenden Fleischer und Verkäuferinnen staunten, wie fein alle Produktionsbereiche miteinander verzahnt sind. Denn nicht nur die absolute Menge der Produkte sondern auch das enorm breite Sortiment erfordert einen enormen Planungsaufwand. Schließlich müssen die Produkte nicht nur appetitlich und hygienisch hergestellt sondern auch termingerecht beim Kunden ankommen. Zur Koordination verfügt das Unternehmen dafür über ein weit gespanntes Netzwerk, das sämtliche Bereiche der Produktion, des Vertrieb und der Kommunikation einbindet. Und über allem wacht das hauseigene Lebensmittellabor, in dem sich die Schüler in die Praxis der Lebensmitteltechnologie einweisen ließen.

Den Abschluss dieser gelungenen Firmenbesuchs bildete schließlich ein herzhafter Mittagsimbiss – natürlich mit Produkten aus eigener Herstellung! Schließlich geht Probieren über Studieren. Und selbst während der Mahlzeit fanden die Experten der Firma unter Regie von Produktionsleiter, Herrn Gutekunst,  genügend Muße, um die vielen Fragen der angehenden Fleischer fachkundig zu beantworten. Vielen Dank, dass man sich im Hause „Meisters feines Fleisch – feine Wurst GmbH“ so viel Zeit für unsere Schüler genommen hat.

Showdown der Landesbesten

Wettbewerb2015-07Für zwei Tage wurde die Wurstküche der Gewerblichen Schule Tübingen zur Arena der Innungssieger: Vom 5. bis zum 6. Oktober trafen sich hier die besten Jungfleischer/innen und Fachverkäufer/innen aus den insgesamt acht Innungen Baden-Württembergs zu einem Leistungsvergleich. Insgesamt zwölf Teilnehmer traten in je acht Disziplinen an, die das gesamte Spektrum der berufstypische Arbeiten oder Situationen abbildeten.

So stellten etwa die fünf Fleischereifachverkäuferinnen und der eine Fachverkäufer einen Präsentkorb zusammen. Dazu gehörte auch das Anfertigen eines möglichst ansprechenden Verkaufsplakates. Und in einem Verkaufsgespräch sollten die Teilnehmer die Jury zu unterschiedlichen Wurst- und Fleischerzeugnissen sowie zur Weiterverarbeitung verschiedener Produkte beraten. Fundiertes Fachwissen und ein kompetenter, freundlicher Umgang mit potentiellen Kunden war hier gleichermaßen gefragt. Im Weiteren hatten die Kontrahenten eine möglichst attraktive Wurst- beziehungsweise Käseplatte herzustellen und eine Vorspeisenplatte aus 20 Canapés anzufertigen. Das forderte handwerkliches Geschick und eine gute Portion Kreativität.

Bei den Fleischern umfassten die Einzeldisziplinen die gesamte Wertschöpfungskette des Handwerks - vom fachgerechten Zerteilen einer Rinderkeule über das Herstellen einer rollierten Bratens und eines küchenfertigen Gerichtes bis hin zur Kundenberatung. Dabei überraschen alle Teilnehmer durch ihren Einfallsreichtum: Obwohl alle mit einem vergleichbaren Stück Fleisch als Ausgangsprodukt starteten, fielen die Enderzeugnisse sehr unterschiedlich aus.

Wettbewerb2015-17Schließlich konnten die Teilnehmer am Ende des zweiten Wettbewerbstages ihre Kreationen einem breiten Publikum präsentieren. Und das staunte nicht schlecht über die gebotene Vielfalt. Bei der abschließenden Preisverleihung lobte der stellvertretende Landesinnungsmeister Wolfgang Herbst das insgesamt hohe Leistungsniveau des Wettbewerbs: In den Einzeldisziplinen lieferten sich die Teilnehmer lieferten ein denkbar knappes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Mit einem überzeugenden Gesamtpunktestand trug die 27-jährige Risa Asado den Sieg nach Hause. Sie behauptete sich als einzige Frau im Starterfeld. Bei den Fleischereifachverkäuferinnen gewann die 25-jährige Julia Tappe. Beide traten für die Handwerkskammer Freiburg an. Mit ihrem Erfolg in Tübingen qualifizierten sich beide für die Deutsche Meisterschaft, die bereits im November in Tavemünde stattfindet.

Und hier ein paar Impressionen von den beiden Wettbewerbstagen sowie der Siegerehrung:

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Am 7. Oktober 2015 berichtete auch das Schwäbische Tagblatt aus Tübingen ausführlich über den Leistungswettbewerb an unserer Schule:

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Unsere Schülerinnen und Schüler versilberten Ihre Teilnahme am SÜFFA-Wettbewerb

Der Landesinnungsverband der Fleischer in Baden-Württemberg lud Schülerinnen und Schüler zum diesjährigen Wettbewerb im Rahmen der SÜFFA (Süddeutsche Fleischerfachausstellung) in die Messe Stuttgart ein. 51 Teams, mit je einer Fachverkäuferin und einem Fleischer besetzt, nahmen die Einladung an. Die Teams wurden von Berufschulen aus Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland betreut. Die Gewerbliche Schule stellte 4 Teams. Die Fleischer hatten die Aufgabe, innerhalb von 60 Minuten eine Grillplatte oder eine Platte mit küchenfertigen Erzeugnissen herzustellen, die Verkäuferinnen mussten in derselben Zeit Kanapees oder eine Schinken/Bratenplatte fertigen. Anschließend wurden noch 30 Minuten für die Tischdekoration und Präsentation gewährt. Eine Fachjury aus Metzgermeistern und Erstverkäuferinnen bewerteten anschließend die Ergebnisse. Dann wurde die Ausstellungsfläche für das interessierte Publikum freigegeben. Unsere 4 Teams erhielten jeweils eine Silbermedaille. Herzlichen Glückwunsch!

Die Medaillen und Urkunden wurden vom Landesobermeister Matthes, dem Lehrlingsbeauftragten Herbst

und dem Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes Klostermann überreicht.

Für die Vorbereitung investierten die Teams ca. 30 Stunden und die Schule trug die Kosten in Höhe von ca. 2000 €.

Dropbox für Klassen Abt. Nahrung

Für die Fachverkäuferinnen und die Fleischer wird von Kollege Krause jeweils ein Dropbox-Ordner eingerichtet. Darin befinden sich wesentliche Informationen, Merk-Würdiges, Interessantes und Bilder der jeweileigen Klassen.
Jede/r Schülerin/Schüler erhält durch eine E-Mail eine Zugangsberechtigung. So erhalten alle auch auf Wunsch einen eigenen Dropbox-Speicher, um große Datenmengen komfortabel austauschen zu können.