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Georg-Elser-Ausstellung



Georg Elser
 Die Ausstellung ist eine Dokumentation der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Realisiert wurde sie mit Förderung durch die Landesstiftung Baden- Württemberg.
Das Attentat Elsers vom 8. November 1939 jährt sich in diesem Jahr zum 81. Mal, ein guter Anlass, um mit Schulklassen über Sinn und Rechtfertigung von Elsers Widerstandstat zu reden. „Angesichts des derzeitigen Lockdowns aller kulturellen Einrichtungen im Land bietet die Ausstellung Lehrkräften und Schülern eine Möglichkeit, lebendigen Geschichtsunterricht vor Ort zu erleben“, so Gunnar Huste, Schulleiter der GST. „Die Gewerbliche Schule ist auch deshalb besonders gut für diese Ausstellung geeignet, weil hier Schreiner vom Gesellen bis zum Meister ausgebildet werden“, so Huste. 
 
Georg Elser war gelernter Schreiner und hatte im Münchner Bürgerbräukeller eine Bombe platziert. Ziel Elsers war es, mit Hitler die gesamte Führung der Nationalsozialisten auszuschalten. Anders, so war seine feste Überzeugung seit dem Sommer 1938, war in Deutschland ein Weltkrieg nicht mehr zu verhindern. Er hatte sein Attentat über ein Jahr völlig allein akribisch vorbereitet, allerdings machte ihm der mittlerweile von Deutschland angezettelte Krieg einen Strich durch die Rechnung. Adolf Hitler, der an diesem Tag alljährlich eine Rede im Bürgerbräukeller hielt, hatte den Raum 13 Minuten vor der Zündung der Bombe bereits verlassen, um den geplanten Angriff auf England vorzubereiten.
 Durch den Einsturz einer Säule starben insgesamt acht Menschen, 200 wurden verletzt. Unter den Toten waren nicht nur „alte Kämpfer der NSDAP“ (Hitler gedachte am 8. November dem gescheiterten Hitlerputsch 1923), sondern auch eine Kellnerin, was Georg Elser vielfach zum Vorwurf gemacht wurde. 
Elser hatte jedoch nach den Erfahrungen des Jahres 1938, als er heimlich eine Gedenkveranstaltung Hitlers im Bürgerbräukeller besucht hatte, seinen Zeitzünder so eingestellt, dass er während der Rede Hitlers explodieren sollte. Zu dieser Zeit waren keine Kellnerinnen im Saal anwesend, da das Servieren während der Ansprache verboten war. Hitler hatte seine Rede außerplanmäßig verkürzt, um mit dem Zug nach Berlin zurückzufahren, denn wegen der Wetterverhältnisse konnte er kein Flugzeug nutzen.
 
Auf insgesamt 29 Stelen erhalten die Besucher der Ausstellung Informationen über Elsers Leben, die Vorbereitungen des Attentats, aber auch die Wirkung des Anschlages. Hitler und auch die Nachkriegshistoriker gingen lange davon aus, dass Elser das Attentat unmöglich alleine durchgeführt haben konnte. Erst der Fund der Gestapo-Protokolle Ende der 60er Jahre enthüllte, dass Elser den Zündmechanismus selbst entwickelt und eingebaut hatte: Er konnte den gesamten Mechanismus aus dem Kopf ein zweites Mal nachbauen. Elser wurde von den Nationalsozialisten am 8. April 1945 im Konzentrationslager Dachau ermordet.
„Georg Elser ist in der Geschichte des 20. Jahrhunderts ein Großer, ein Großer, an den die Erinnerung lange, viel zu lange kleingehalten worden ist. Dieses Land, Deutschland, ist Georg Elser, Anerkennung, Respekt und Dank schuldig“, so Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiner am 4. November 2019 bei der Einweihung eines Denkmals für Georg Elser in seinem Geburtsort Hermaringen auf der Ostalb.
 
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