staufer.gif (3141 Byte)

Stauferprojekt Technisches Gymnasium Tübingen

Die Burg Büren - Wäscherburg

Wiege der Staufer

Nach einer jahrhundertealten Überlieferung gilt die Wäscherburg - Burg Büren - als Wiege der Hohenstaufen und nirgends kann ein Argument festgestellt werden, das vom Gegenteil überzeugt oder noch mehr dasselbe zu beweisen vermochte. Auch ist nicht eindeutig geklärt, woher die Vorfahren der Herren von Büren kamen. In der Herkömmlichen Geschichtsschreibung heißt es über die Herkunft der Staufer, daß sie von Büren, einer Burg oder einem Ort zwischen dem Berg Hohenstaufen und Lorch, stammen. Zu verstehen ist darunter die Herrschaft Büren, von der heute noch drei beieinanderliegende Stätten Zeugnis geben:
1. die Wäscherburg - Burg Büren -, erste Anlage wohl schon im 11. Jh., die heutige Anlage erbaut um 1200.
2. der Wohnturm auf dem Burren des 11. Jh.. (ca. 500 m von der Wäscherburg entfernt).
3. der Ort Wäschenbeuren - ehemaliger Malerhof.

Diese 3 Stätten sind eine zusammengehörende Einheit, als der Sitz eben jener Herrschaft Büren, aus der der staufische Adler einst ausflog und die auch heute noch als die Heimat der Staufer betrachtet wird. Im Stammbaum von Kaiser Friedrich Barbarossa tritt als erster ein nur mit "Friedrich" benannter Vorfahre auf. Dessen Sohn Friedrich von Büren wurde um 1020 geboren. Ein Sohn dieses Friedrich von Büren war Herzog Friedrich I. von Schwaben (Großvater von Barbarossa), welcher um 1079 die Burg auf dem Hohenstaufen erbaute, wonach sich dann das Geschlecht der Büren von Staufen nannte.

 1102 stiftete dieser mit seiner Gattin Agnes - der Tochter des Kaisers Heinrich IV. - und den Söhnen Friedrich und Konrad die Grablege der Staufer, das Kloster Lorch. Friedrich Edler von Büren vermählte sich 1044 mit der im Elsaß reich begüterten Grafentochter Hildegard von Egisheim (bei Colmar), die er in seine schwäbische Heimat heimführte. Ohne bereits dem höheren Adel angehört zu haben, wäre eine Heirat mit Hildegard kaum möglich gewesen. Hildegard v. Egisheim war eine Stiefnichte Kaisers Konrad II. und ihre Abstammung geht väterlicherseits auf Kaiser Otto II. zurück; ihr Onkel ist Papst Leo IX. Durch diese Heirat kam es wohl zu dem Bau der ersten Burganlage, was durch Grabungen und datierte Scherbenfunde bestätigt wird. Erwähnenswert ist ebenfalls eine Pfründbeschreibung von 1819, in der von einer Eichensäule die Rede ist, welche eine Jahreszahl aus dem 11. Jahrhundert trägt. Es dürfte nicht anzunehmen sein, daß Friedrich mit Hildegard auf einem Maierhof bzw. in einem Wohnturm auf dem Burren gewohnt hat, zumal Friedrich durch die Beziehung zum salischen Kaiserhaus dem wachsenden Ansehen seines Hauses sicher nach außen hin Ausdruck zu verleihen suchte.

 Die Errichtung der jetzigen Burg im Buckelquadermauerwerk - mit den vorkommenden Steinmetzzeichen

 

kann im Vergleich mit den anderen dieser Art in die staufische Zeit um 1200 gesetzt werden. Hierzu seien auch der 1881 gefundene keilartige Stein mit eingearbeiteter Blume und ein kleiner weiblicher Frauenkopf aus Gips, beide byzantinisch, angeführt.

 Ein wichtiger Beweis für die Erbauung der Burg im 12. Jh. ist wohl der Schlußstein der Torbogens mit der Jahreszahl 1160. Nach dem Zusammensturz der östlichen Ringmauer und des Torbogens Anfang des 20. Jh. ging dieser Stein verloren.

Der Platz für eine Burg über dem Beutental bot beachtliche Vorteile:

 Unter Konrad IV. kam die Burg in den Besitz des Klosters Lorch, denn mit demselben tauschte 1271 Ritter Konrad von Staufen, genannt "Wascher," Güter im Nibelgau gegen einen Mansus in Buron (Besitz in Büren); daher kommt auch der heutige Name "Wäscherburg".

 

1356 - 1465 sind die Herren von Rechberg Besitzer der Burg.

1465 - 1857 gehört Burg und Ort samt Markung als österreich. Schwabenlehen dem Kaiserhaus in Österreich.

1857 Verkauf für 155 000 Gulden an das Königshaus Württemberg.

Die Wäscherburg ist heute Eigentum vom Land Bad.-Württ. und durch Verpachtung in privatem Besitz. Die Wäscherburg liegt 1,7 km nordöstlich von Wäschenbeuren auf einer in gleicher Richtung verlaufenden Höhenzunge über dem Beutental. Der in geringer Entfernung westwärts liegende Wäscherhof entwickelte sich aus dem ehem. Wirtschaftshof der Burg. Ihre rechteckige, von tiefem Trockengraben und einem Vorwall im W. geschützte Anlage hat eine Länge von 80 m und eine Breite von 65 m. Der Graben ist auch im S und O vorhanden und wird im N von der Straße Wäscherhof-Beutental unterbrochen. Zufahrt ist über die Höhenzunge von W her. Die Umwehrung des östlichen, talwärtigen Zwingers und des Außenhofes mit Tor sind ebenso wie die dortigen Wirtschaftsgebäude verschwunden. Erhalten blieb der Wohnbau-Palas- mit umwehrtem Innenhof im westlichen Teil der Burganlage. Dieser Kern der Burg ist 25,7 m lang und 10,75 m breit, die Mauern des Erdgeschosses sind stellenweise über 3 m stark. An den Palas, dessen Erdgeschoß aus Buckelquadern besteht, ist gegen O eine 2 m -starke und 9,5 m hohe Wehrmauer angebaut, die trapezförmig den inneren Hof umfaßt. An den Buckelquadern sind Steinmetzzeichen, ebenso in der Mitte der Steine Zangenlöcher; Spuren an der Innenseite der Wehrmauer lassen die früheren Nebenbauten erkennen. Bemerkenswert sind 2 romanische Rundbogen, Öffnungen am Palas; in der Wehrmauer der romanische Torbogen und eine romanische Ausguß-Schale. Das 1. Stockwerk (Eichenfachwerkbau) des Palas stammt aus der Zeit um 1450, der zweite Stock aus dem Jahre 1699. Mitte des 18. Jh. wurde dieser Stock als Zehntspeicher benutzt. Seit 1850 stand das Gebäude leer. Im Burghof wurden die Holzbauten beseitigt. Um die Wäscherburg einem würdigen Zweck zuzuführen wurde mit Genehmigung der zuständigen staatlichen Stellen die Burg museal ausgestaltet, eine Staufer- Gedächtnisstätte errichtet sowie eine Sammlung alter bäuerlicher Geräte und Gegenstände aus dem Gebiet der früheren Herrschaft Büren darin untergebracht. Ausgestaltung und Betreuung liegt verantwortlich in der Hand von Paul Kaißer.

 

Schloß Wäscherburg 73116 Wäschenbeuren

Tel .: 07172-6232 Fax 2201

(Öffnungszeiten April - Oktober 10.30-12.00 Uhr u.

13.30-16.00 Uhr.Sa.u. So. durchgehend bis 17.00 Uhr)